Kreta: Reiseführer zur größten Insel
Regionen, Flughäfen, Reisezeit und Ausflugsziele der größten griechischen Insel im Überblick.
Kreta ist mehr Land als Insel. Zwischen dem Libyschen Meer im Süden und der Ägäis im Norden liegen Hochgebirge, tiefe Schluchten, fruchtbare Ebenen und Städte mit venezianischen Häfen. Wer nur einen Urlaub hat, wird nicht alles sehen. Diese Seite hilft dir, die richtige Region, den passenden Flughafen und die beste Reisezeit zu finden.
Kreta in Zahlen und Grundzügen
Kreta ist die größte griechische Insel und eine der größten im Mittelmeer. Von West nach Ost misst sie rund 260 Kilometer, an der schmalsten Stelle nur wenige Dutzend Kilometer von Küste zu Küste. Drei Gebirgszüge prägen die Insel: die Weißen Berge (Lefka Ori) im Westen, das Ida-Gebirge mit dem Psiloritis in der Mitte und das Dikti-Gebirge im Osten. Die höchsten Gipfel liegen über 2.400 Metern.
Für Reisende wichtig: Die Nordküste ist gut erschlossen, mit Schnellstraße, großen Orten und den meisten Hotels. Die Südküste ist wilder, die Straßen dorthin führen über Pässe und Serpentinen, manche Dörfer sind nur per Boot oder zu Fuß erreichbar.
Die vier Regionen
Kreta ist in vier Regionalbezirke gegliedert, die sich als Reiseregionen gut voneinander unterscheiden lassen.
Chania im Westen
Die Stadt Chania mit ihrem venezianischen Hafen gilt vielen als schönste Stadt Kretas. In der Region liegen bekannte Strände wie Balos und Elafonisi, die Samaria-Schlucht und Orte an der Südküste wie Sfakia und Paleochora. Der Westen ist grüner und gebirgiger als der Osten.
Rethymno
Rethymno hat eine gut erhaltene Altstadt mit venezianischer Festung und osmanischen Bauten. Von hier erreichst du das Kloster Arkadi, Strände an der Nord- und Südküste wie Plakias und das Bergland um den Psiloritis.
Heraklion
Heraklion ist die größte Stadt der Insel und Verwaltungssitz. Wenige Kilometer südlich liegt Knossos, die bekannteste Palastanlage der minoischen Kultur. Das Archäologische Museum Heraklion zeigt die wichtigsten Funde. Östlich der Stadt reihen sich Badeorte an der Nordküste, im Süden liegen die Messara-Ebene und Ausgrabungen wie Phaistos.
Lasithi im Osten
Der Osten ist trockener und ruhiger. Agios Nikolaos liegt an der Mirabello-Bucht, gegenüber der kleinen Festungsinsel Spinalonga. Weiter östlich liegen Sitia, der Palmenstrand von Vai und die Hochebene von Lasithi im Dikti-Gebirge.
Anreise: Heraklion oder Chania
Kreta hat zwei große Flughäfen mit vielen Direktflügen aus dem deutschsprachigen Raum, im Sommer von fast allen größeren Abflughäfen.
- Heraklion (HER) liegt direkt am Stadtrand und ist der richtige Flughafen für Mittel- und Ostkreta. Ein neuer Flughafen bei Kastelli ist im Bau und soll den heutigen ablösen.
- Chania (CHQ) liegt auf der Halbinsel Akrotiri und ist ideal für den Westen.
Die beiden Städte verbindet die Schnellstraße entlang der Nordküste. Plane für die Strecke etwa zwei bis zweieinhalb Stunden ein. Auch per Fähre ist Kreta erreichbar: Von Piräus fahren Schiffe nach Heraklion und Chania, meist über Nacht. Mehr zu den Flughäfen steht in den Steckbriefen der griechischen Flughäfen.
Beste Reisezeit für Kreta
Kreta gehört zu den wärmsten Regionen Griechenlands. Baden ist meist von Mai bis Oktober angenehm, im Süden manchmal auch länger. Juli und August sind heiß und voll, im Frühjahr blühen die Berge, im Herbst ist das Meer noch warm. Zum Wandern eignen sich April bis Juni und September bis Oktober am besten. Eine Monatsübersicht findest du auf der Seite beste Reisezeit für Griechenland.
Unterwegs auf der Insel
Wer mehr sehen möchte als die Umgebung des Hotels, braucht auf Kreta ein Auto. Die Überlandbusse verbinden zwar die großen Orte entlang der Nordküste und einige Ziele im Süden, viele Strände und Bergdörfer erreichst du aber nur mit dem eigenen Fahrzeug. Die Straßen in die Berge sind oft schmal und kurvig, im Sommer sind Ziege und Gegenverkehr gleichermaßen hinter der nächsten Kurve zu erwarten. Was du bei Miete, Versicherung und Fahrstil beachten solltest, steht auf der Seite Mietwagen und Verkehr in Griechenland.
Ausflugsziele, die sich lohnen
- Samaria-Schlucht: Eine der bekanntesten Schluchtenwanderungen Europas, rund 16 Kilometer von der Omalos-Hochebene bis ans Libysche Meer. Gutes Schuhwerk, Wasser und Kondition sind Pflicht, zurück geht es per Boot und Bus.
- Knossos: Die minoische Palastanlage südlich von Heraklion. Früh am Morgen ist es ruhiger und kühler.
- Balos und Elafonisi: Zwei Strände im Westen mit flachem, türkisfarbenem Wasser. In der Saison sehr voll, beide liegen in Schutzgebieten mit Regeln für Besucherinnen und Besucher.
- Spinalonga: Die kleine Festungsinsel vor Plaka, mit dem Boot von Plaka, Elounda oder Agios Nikolaos erreichbar.
- Bergdörfer: Im Inneren, etwa in der Region Apokoronas oder auf der Lasithi-Hochebene, zeigt sich ein ruhigeres Kreta.
Unterkunft: wo wohnen?
Für den ersten Kreta-Urlaub hilft eine einfache Faustregel: Wer Stadt, Kultur und Strand mischen möchte, wohnt gut in oder bei Chania oder Rethymno. Wer Badeurlaub mit kurzen Wegen sucht, findet an der Nordküste östlich von Heraklion viele Hotels. Ruhe und Natur bietet die Südküste, mit weniger Infrastruktur und längeren Anfahrten. Für eine Rundreise lohnt sich ein Wechsel der Unterkunft zwischen Westen und Osten.
Fazit
Kreta ist groß genug für mehrere Urlaube. Für eine Woche entscheidest du dich am besten für eine Hälfte der Insel und den passenden Flughafen. In zwei Wochen lassen sich West und Ost verbinden. Mit Mietwagen, früh gebuchter Unterkunft in der Hauptsaison und etwas Zeit für die Bergdörfer lernst du die Insel jenseits der Hotelstrände kennen.
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Fragen und Antworten
- Welcher Flughafen auf Kreta ist besser, Heraklion oder Chania?
- Das hängt von der Unterkunft ab. Heraklion liegt günstig für Zentral- und Ostkreta, Chania für den Westen. Zwischen beiden Städten liegen etwa zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrt. Für eine Rundreise kann ein Gabelflug sinnvoll sein, also Ankunft in einem und Abflug vom anderen Flughafen.
- Wie viele Tage brauche ich für Kreta?
- Für einen Teil der Insel reicht eine Woche. Wer West- und Ostkreta kennenlernen möchte, sollte zwei Wochen einplanen und die Unterkunft mindestens einmal wechseln, statt jeden Tag lange Strecken zu fahren.
- Wann ist die Samaria-Schlucht geöffnet?
- In der Regel von Mai bis Oktober, abhängig von Wetter und Wasserstand. Die Öffnungszeiten und Bedingungen legt die Nationalparkverwaltung jedes Jahr fest, kurzfristige Schließungen bei Unwettergefahr sind möglich.
- Ist Kreta im Winter eine gute Reise wert?
- Für Badeurlaub eher nicht, für Städte, Wandern an der Küste und Archäologie schon. Im Winter regnet es mehr, in den Bergen liegt oft Schnee. Viele Hotels in den Badeorten sind geschlossen, Städte wie Chania, Rethymno und Heraklion bleiben aber lebendig.
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